Offene Kinderarbeit

– Konzept

Treffpunkt Röthelheimpark

Abteilung Offene Kinderarbeit

Schenkstr. 111

91052 Erlangen

Tel.: (0 91 31) 61 04 79

oka@treffpunkt-roethelheimpark.de

www.treffpunkt-roethelheimpark.de

Vorwort

Die offene Kinderarbeit „FunKi“ ist eine Abteilung des Stadtteilhauses „Treffpunkt Röthelheimpark“ in Erlangen, in welchem zudem Offene Jugendarbeit und  Stadtteilarbeit angeboten werden. Das Haus stellt weiterhin einen festen Anlaufpunkt für Ehrenamtliche, Gruppen und Initiativen im Stadtteil dar. Die Trägerschaft des Stadteilhauses hat eine Trägergemeinschaft bestehend aus der evangelisch-lutherischen Gemeinde St. Matthäus Erlangen und dem Stadtjugendring Erlangen gemeinsam inne.

Der Stadtteil Röthelheimpark entstand in seiner jetzigen Form nach Abzug der US-Armee 1995. Er besteht  aus der ehemaligen „housing area“, welche ein Mischwohngebiet mit frei vermieteten sowie von der Stadt Erlangen zugewiesenen  Wohnungen in bereits bestehenden, renovierten Häusern darstellt sowie einem Gebiet, in welchem neue Eigenheime und einige mehrgeschossige Häuser mit Eigentumswohnungen entstanden bzw. noch gebaut werden.

Der Stadtteil hat 5810 Bewohner, davon sind 520 Kinder im Alter von 6 bis 12 Jahren (Stand: 2017). Somit stellt die potentielle Zielgruppe der Offenen Kinderarbeit knapp 9 % der Gesamtbevölkerung des Stadtteils Röthelheimpark dar. Der Anteil der Alleinerziehenden im Stadtteil lag im Jahr 2017 bei 4,1%.

Der Stadtteil Röthelheimpark bedingt durch seine Zweiteilung eine starke Heterogenität in der Lebenswelt der Besucher des Stadtteilhauses: im Offenen Treff begegnen sich Kinder  aus unterschiedlichen Kulturen, Schichten und Religionen. Aufgabe und Ziel der Offenen Kinderarbeit ist es deshalb, den Bedarf im gesamten Stadtteil Röthelheimpark zu erkennen, die Bedürfnisse aller Kinder aufzunehmen und ihre  Angebote dementsprechend zu gestalten.

Die Arbeit im offenen Kindertreff orientiert sich an einem humanistischen Menschenbild. Die Konzeption verzichtet bewusst auf eine geschlechtersensible Sprache, um die Lesbarkeit zu vereinfachen. Alle Formulierungen beziehen sich sowohl auf Frauen als auch Männer.

1. Rahmenbedingungen

1.1 Träger

Für die Trägerschaft der Offenen Kinderarbeit zeichnet eine Trägergemeinschaft bestehend aus dem Stadtjugendring Erlangen und der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde St. Matthäus verantwortlich. Anstellungsträger ist die ev.-luth. Kirchengemeinde St. Matthäus Erlangen.

1.2 Gesetzlicher Rahmen

Die Offene Kinder- und Jugendarbeit ist Teil der Jugendhilfe (SGB VIII) und ist in §11 SGB

VIII gesetzlich geregelt. Die Jugendhilfe geht dem gesetzlichen Auftrag des  §1 Abs. 1 SGB VIII nach: „Jeder junge Mensch hat ein Recht auf Förderung seiner Entwicklung und auf Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit“. Die Jugendhilfe hat den Auftrag „junge Menschen in ihrer individuellen und sozialen Entwicklung fördern und dazu beitragen, Benachteiligungen zu vermeiden oder abzubauen“ (§1 Abs. 3 Nr. 1 SGB VIII) und begünstigende Lebens- und Umweltbedingungen für Kinder, Jugendliche und Familien zu schaffen (vgl. §1 Abs. 3 Nr. 4 SGB VIII).

Benachteiligungen zwischen den Geschlechtern müssen abgebaut werden, indem unterschiedliche Bedürfnislagen von Mädchen und Jungen berücksichtigt werden und Gleichberechtigung gefördert wird (§9 Abs. 3 SGB VIII).

Zur Förderung und Entwicklung junger Menschen soll die Kinder- und Jugendarbeit „an den Interessen junger Menschen anknüpfen und von ihnen mitbestimmt und mitgestaltet werden, sie zur Selbstbestimmung befähigen und zu gesellschaftlicher Mitverantwortung und zu sozialem Engagement anregen und hinführen“ (§11 Abs. 1 SGB VIII).

1.3 Mitarbeiter

Die Mitarbeiter der offenen Kinderarbeit verstehen sich als Team, das gemeinsam die Bedürfnisse und Interessen der Kinder reflektiert und adäquate sowie niedrigschwellige Angebote für diese Gruppe realisiert. Hierzu ist es notwendig, pädagogische Fachkräfte mit unterschiedlichen Schwerpunkten zu beschäftigen, um den spezifischen Anforderungen und Interessen der Besucher gerecht zu werden.

Das Team der offenen Kinderarbeit besteht z. Zt. aus einer mit einer Sozialpädagogin besetzten Leitungsstelle, einer stellvertretenden Leitung sowie einer weiteren pädagogischen Fachkraft mit jeweils 20 Wochenstunden. Darüber hinaus stehen der OKA pädagogische Mitarbeiter  mit einem wöchentlichen Stundenumfang von insgesamt 13 h in der offenen Arbeit zur Verfügung.

Das Leitungsteam der offenen Kinderarbeit sollte paritätisch besetzt sein.

1.4 Räumlichkeiten¹

Der offenen Kinderarbeit stehen im Stadtteilhaus Röthelheimpark mehrere Räume zur täglichen Nutzung zur Verfügung.

Es ist ein Clubraum vorhanden, der exklusiv von den Besuchern der OKA genutzt wird, als zentraler Anlaufpunkt dient und niederschwelliger Treffpunkt für weiterführende Aktivitäten ist. Des Weiteren belegt die OKA während ihrer Öffnungszeiten den Saal des Stadtteilhauses für unterschiedlichste Angebote wie Musik und Sport sowie für Workshops und Seminare.

Der OKA stehen zwei Genderräume, ein Computerraum, ein Fitnessraum sowie ein Werkraum zur Verfügung, welche sie sich mit der Offenen Jugendarbeit teilen. Die Küche des Stadtteilhauses ist  zu den Öffnungszeiten für die OKA reserviert.

1.5 Angebotsstruktur

Den Kindern im Alter von 6 bis 12 Jahren werden während der 15 Stunden Öffnungszeit pro Woche sowohl offene als auch geschlossene Angebote unterbreitet.

Im offenen Treff besteht die Möglichkeit, sich zwanglos zu treffen, soziale Kontakte zu pflegen, gemeinsam zu spielen oder sich an den im PC Raum vorhandenen Computern bei Hausaufgaben und Referaten gezielt von den pädagogischen Mitarbeitern unterstützen zu lassen.

Geschlossene Angebote, die eine verbindliche Anmeldung erfordern, wie z.B. Ferienprogramme, Kurse und Workshops, finden ebenfalls regelmäßig statt. Die Thematiken und Inhalte orientieren sich hierbei in erster Linie an den Wünschen und Bedürfnissen der Kinder.

Die Eigeninitiative der Kinder wird gefördert und unterstützt. Die Mitarbeiter geben kontinuierlich Hilfestellung, um den Kindern zu ermöglichen, ihre Interessen zu vertreten bzw. Aktionen selbst zu initiieren und gemeinsam mit den sozialpädagogischen Fachkräften zu planen und durchzuführen.

Durch die Kombination offener und fester Angebotsstrukturen ist es möglich, die unterschiedlichen Bedürfnislagen der Kinder aus beiden Teilen des Stadtteils aufzugreifen. Die Veranstaltungen sind gezielt für Kinder aus allen sozialen und kulturellen Schichten konzipiert  und  ermöglichen eine niederschwellige Kontaktaufnahme der Kinder untereinander außerhalb der Schule und jenseits kommerzieller Freizeitangebote.

1.6 Finanzierung

Die finanziellen Mittel für die Offene Kinderarbeit werden aus dem Gesamthaushalt des Stadtteilhauses Treffpunkt Röthelheimpark zur Verfügung gestellt.

2 Zielgruppe und Ziele

2.1 Menschenbild

Die Mitarbeiter der offenen Kinderarbeit  arbeiten stets überparteilich und überkonfessionell und richten ihren beruflichen Alltag an einem humanistisch geprägten Menschenbild aus. Das bedeutet, dass alle Kinder, unabhängig von ihrer sozialen, religiösen und kulturellen Herkunft sowie ihres Geschlechts, gleich behandelt werden. Hieraus leitet sich ein ressourcen- und nicht defizitorientierter  pädagogischer Arbeitsansatz ab.

2.2 Zielgruppe

Zielgruppe der Offenen Kinderarbeit sind alle Kinder zwischen 6 und 12 Jahren, die im Stadtteil Röthelheimpark wohnen. Kinder, die sich im Übergang zur Jugendphase befinden, können den Offenen Treff für Kinder bei Bedarf bis zum Erreichen des 14. Lebensjahrs besuchen.

Die Angebote richten sich an alle Kinder des Stadtteils, unabhängig von der sozialen, kulturellen und religiösen Herkunft. Ein besonderes Augenmerk wird dabei auf Kinder gelegt, die von sozialen, gesellschaftlichen und finanziellen Benachteiligungen bedroht sind.

2.3 Ziele²

2.3.1 Stärkung der sozialen Kompetenzen³

Die Offene Kinderarbeit geht altersgerecht auf die soziale Entwicklung und Kompetenz der Kinder ein, um sie beim Heranwachsen zum Jugendlichen zu begleiten und zu unterstützen. Im Kindheitsalter müssen Kompetenzen wie Toleranz, Konfliktfähigkeit aber auch die Entdeckung eigener Fähigkeiten verstärkt aufgegriffen und geübt werden.  Die Vermittlung gesellschaftlicher Werte und Normen im Rahmen eines humanistischen Weltbilds ist Grundlage zur sozialen Kompetenzvermittlung.

2.3.2 Unterstützung bei Problembewältigung⁴

Kinder mit individuellen Schwierigkeiten und Problemen im privaten oder schulischen Bereich müssen die Möglichkeit haben, über ihre Ängste oder Gefühle zu reden. Es ist deshalb das Ziel der offenen Kinderarbeit, Ängste und Probleme von Kindern zu erkennen, sie und ihre Familien bei der Problembewältigung zu beraten und zu unterstützen und auch nach außen hin als Anwalt die Interessen der Kinder zu vertreten.

2.3.3 Bedürfnisse der kindlichen Entwicklung wahrnehmen⁵

Die Offene Kinderarbeit stimmt ihre Angebote auf die psychosoziale Entwicklung der Kinder ab. So stehen für Kinder im Grundschulalter soziale und kulturelle Lernfelder im Vordergrund. Für Kinder im Übergang zur Sekundarstufe sind komplexere gesellschaftliche und soziale Themen für die Entwicklung bedeutend. Die kindliche Entwicklung wird bedarfsgerecht unterstützt, indem die Offene Kinderarbeit altersgerechte sowie geschlechtsspezifische Ehrfahrungs- und Erlebnisfelder bereitstellt.

2.3.4 Partizipation und Selbstverantwortung

Kinder lernen Selbständigkeit im alltäglichen Leben, wenn sie ihren Sozialraum mitgestalten können. Die Wünsche der Kinder bei der Umsetzung eigener Ideen werden deshalb  aufgegriffen und von den Pädagogen unterstützt. Die Identifikation mit der Einrichtung wird durch die gemeinsame Planung von Veranstaltungen sowie die gemeinschaftliche  Gestaltung der Räumlichkeiten erhöht. Gleichzeitig fördern Angebote, wie z. B. die mehrmals jährlich stattfindende Kinderversammlung, Toleranz im Umgang miteinander und regen zur aktiven Mitgestaltung an.

2.3.5 Prävention⁶

Prävention in der Offenen Kinderarbeit bezieht sich zum einen auf das Konsumverhalten von Kindern im Rahmen medialer Nutzung und zum anderen auf gesundheitliche Aufklärung. Mediales Konsumverhalten wird pädagogisch begleitet und ein angemessener Umgang mit verschiedenen Medien gemeinsam erlernt. Zudem wird zur gesundheitlichen Prävention eine sinnvolle und vielfältige Freizeitgestaltung angeboten. Schwerpunkte sind eine gesunde Ernährung, ausreichende Bewegung und soziale Kompetenzvermittlung.

2.3.6 Interkulturelle Kompetenz⁷

Interkulturalität ist ein natürlicher Bestandteil der Offenen Kinderarbeit. Durch die starke Heterogenität des Stadtteils treffen sich im Offenen Treff Kinder unterschiedlicher Herkunft, Religionen und Kulturen. Kinder setzen sich im Offenen Treff mit ethnischer Vielfalt und ihnen unbekannten Lebensweisen auseinander. Es werden Werte der Akzeptanz und Toleranz vermittelt, sowie die Neugier für das Unbekannte geweckt und somit kulturelle und ethnische Erfahrungsräume geschaffen.

2.3.7 Demokratische und gesellschaftliche Grundprinzipien⁸

In der Offenen Arbeit mit Kindern ist die Vermittlung von Werten und Normen des gesellschaftlichen Miteinanders unabdingbar. Kinder brauchen ein Normen- und Regelverständnis, um ihre Lebenswelt nach ihren Vorstellungen gestalten zu können, ohne dabei ein friedliches Miteinander zu gefährden.

2.3.8 Förderung eigener kreativer und individueller Kompetenzen⁹

Kinder werden in der Entwicklung ihrer kreativen und individuellen Kompetenzen gefördert, um Stärken auszubauen und Schwächen einzugestehen und zu überwinden. So werden Freiräume und Entfaltungsmöglichkeiten geschaffen, die Kindern die Möglichkeit bieten, sich in ihren Fähigkeiten und Vorlieben auszuprobieren und zu entfalten. Dazu gehören sportliche, künstlerische sowie musikalische Aktivitäten.

2.3.9 Gewinnung Ehrenamtlicher¹⁰

Die Kinder der Offenen Kinderarbeit profitieren von kostenlosen Angeboten zur informellen Bildung und zur sinnvollen Freizeitgestaltung. Um eine große Angebotsvielfalt zu erreichen, strebt die Offene Kinderarbeit an, Ehrenamtliche für die Arbeit mit Kindern zu gewinnen.

2.3.10 Kooperation und Vernetzung

Kooperationen mit anderen Partnern relevanter Arbeitsgebiete für die Offene Kinderarbeit werden regelmäßig angestrebt und gepflegt. Eine niederschwellige Begegnungsmöglichkeit für alle Interessenten und Familien des Stadtteils, zu welchen gezielt angrenzende Institutionen geladen werden, sind zudem die mehrmals jährlich stattfindenden Kartoffelfeuer des offenen Kindertreffs sowie das Stadtteilfest, das mit weiteren sozialen Einrichtungen des Stadtteils gemeinsam veranstaltet wird. Diese Veranstaltungen erweitern die Angebotsstruktur der Einrichtung und sind sinnvoll und gewinnbringend für alle Kooperationspartner gestaltet.

3 Arbeitsschwerpunkte

Schwerpunkt der offenen Kinderarbeit ist, Kinder zu betreuen, zu bilden und zu erziehen. Dies erfordert den Aufbau einer vertrauensvollen Beziehung zwischen Pädagogen und Kindern.

3.1 Beziehungsarbeit

In der offenen Kinderarbeit arbeiten die Pädagogen nach den Grundsätzen der Beziehungsarbeit. Die Kinder werden in ihrem jeweiligen Entwicklungsstand an- sowie ernstgenommen und die Mitarbeiter reagieren aktiv auf vorhandene Fragen. Zu einer fruchtbaren Beziehung gehören zudem konstruktive Auseinandersetzungen sowie das Bereitstellen von Modellen, Lernfeldern und angemessenen Übungsräumen.

3.2 Projekte und Aktionen¹¹

Eine Vorplanung der Angebote und Workshops findet jeweils am Jahresanfang statt, wobei die Wünsche der Kinder und deren aktuelle Interessen ganzjährig berücksichtigt werden. Die Mitarbeiter sammeln diese Ideen kontinuierlich, recherchieren für deren Umsetzung und suchen ehrenamtliche Mitarbeiter und Referenten. Die einzelnen Veranstaltungen werden in der Regel fotografisch dokumentiert und mit einer vorher erteilten Einverständniserklärung der Eltern für die Öffentlichkeitsarbeit genutzt.

3.3 Beratung und Unterstützung¹²

Die Besucher des Kindertreffs können sich jederzeit mit ihren Fragen und Problemen an die Mitarbeiter wenden. Die Pädagogen helfen den Kindern im Rahmen ihrer Möglichkeiten, beraten sie und suchen gemeinsam nach Lösungsstrategien. Bei Bedarf werden die Eltern informiert und beraten sowie Fachdienste einbezogen.

3.4 Förderung der Integration¹³

Da der Röthelheimpark ein Stadtteil mit einem hohen Migrantenanteil aus über 40 Nationen ist, resultiert eine verstärkte Notwendigkeit integrativer Arbeit. In der offenen Kinderarbeit begleiten und unterstützen die Mitarbeiter alle Kinder auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit und ihre Integration in gesellschaftliche Prozesse.

3.5 Öffentlichkeitsarbeit

Die Mitarbeiter des offenen Treffs veröffentlichen ihre Angebote und Projekte auf der Homepage und im Programmheft des Stadtteilhauses, im Gemeindeblatt der St. Matthäus Gemeinde sowie auf Aushängen, und Flyern.

4 Methoden

4.1 Offener Kindertreff

Der offene Kindertreff FunKi ist die niedrigschwellige Begegnungsmöglichkeit im Stadtteil Röthelheimpark für Kinder von 6 bis 12 Jahren aus verschiedenen soziokulturellen Gesellschaftsgruppen und bietet altersgemäße Inhalte, in deren Rahmen sich Kinder frei aber nicht ohne Unterstützung entwickeln können. Der Offene Treff ist ein freiwilliges und kostenfreies Angebot. Es ist die Entscheidung der Kinder, welche Veranstaltungen oder Programmpunkte sie im  Offenen Treff wahrnehmen, wie oft sie kommen und wie lange sie bleiben.

4.2 Workshop-Angebote

Zusätzlich zum offenen Treff gibt es regelmäßig organisierte Angebote wie z.B. Turniere, Kurse und Workshops sowie Hausaufgabenhilfe.

Im Rahmen von gemeinsam geplanten und umgesetzten Projekten erfahren die Kinder elementarste Grundregeln wie z. B. das Einhalten von getroffenen Absprachen. Zudem besteht eine Anmeldepflicht, womit eine gewisse Verbindlichkeit Voraussetzung für die Teilnahme ist.

4.3 Geschlechtsspezifische Arbeit

Eine wichtige Aufgabe im  Kindesalter ist die Übernahme der Geschlechterrolle und die damit stattfindende Auseinandersetzung mit den verschiedenen Möglichkeiten, diese Rollen zu gestalten. Im offenen Treff wird die Möglichkeit geboten, dass sich sowohl Mädchen als auch Jungen ungezwungen in eigens dafür bereitstehenden  Genderräumen treffen und dort auch geschlechtsspezifische Themen ohne Scheu besprechen können. So haben sie die Möglichkeit, sich jenseits der Grenzen der kulturell zugewiesenen Geschlechterrolle auszuprobieren. Mit der Entwicklung eines differenzierten Rollenverständnisses wird den Kindern ein selbstbewusster, partnerschaftlicher und verständnisvoller Umgang miteinander ermöglicht.

4.4 Medienpädagogische Angebote

Kindern, welche zuhause nicht über einen PC oder Internetzugang verfügen, wird regelmäßig unter Anleitung die praktische und sinnvolle Anwendung von PC-Programmen und Internetangeboten ermöglicht. Die Internetrecherche für Hausaufgaben wird gezielt von den Mitarbeitern unterstützt. Die Nutzungsdauer des Computers ist für die Kinder auf 30 Minuten am Tag begrenzt.

4.5 Freizeitpädagogik und Ferienangebote

Freizeitpädagogische Angebote bieten den Kindern einen Ausgleich zu ihrem Schulalltag. Mittels der durchgeführten Ferienprogramme können soziale, kulturelle, kreative und kommunikative Handlungskompetenzen erweitert werden, die dann auch in andere Lebensbereiche wie z.B. Schule oder Familie übertragen werden. Die Veranstaltungen der offenen Kinderarbeit sind häufig kostenlos oder mit einer geringen Teilnahmegebühr versehen und bieten so eine Alternative zu kommerziellen Ferienangeboten.

4.6 Bildungsbereich, kulturelle und musische Bildung

Im FunKi bieten die Pädagogen Unterstützung bei schwierigen Hausaufgaben und nicht verstandenem Unterrichtsstoff an. Zudem helfen sie regelmäßig bei der Recherche im Internet für Referate. Einen breiten Raum nimmt die musikalische Erziehung ein, in deren Rahmen kognitive und psychomotorische Fähigkeiten gezielt gefördert werden und über die Bereitstellung von Musikinstrumenten die Kinder zum Ausprobieren angeregt werden.

4.7 Sportangebote, Gesundheitserziehung

Es ist notwendig, den Kindern genügend Platz mit der Möglichkeit zum Toben und Spielen zu geben und durch gemeinsam entwickelte Aktivitäten ihre Ausdauer und Kondition und den Spaß am Sport im Allgemeinen zu steigern. Das FunKi bietet deshalb eine vielfältige, abwechslungsreiche Ausstattung mit Spiel- und Sportgeräten an. Bei entsprechender personeller Besetzung finden täglich Sportangebote sowohl im Indoor- als auch im Outdoorbereich statt.

4.8 Gesunde Ernährung

Bei gemeinsamen Kochaktionen sowie in Ernährungskursen lernen Kinder sowohl Kooperation und Rücksichtnahme als auch den Umgang mit gesunden Lebensmitteln und die Zubereitung einfacher Mahlzeiten. Die Mitarbeiter achten auf eine gesunde und abwechslungsreiche Ernährung, die Wünsche der Kinder werden dabei berücksichtigt. Außerdem wird darauf geachtet, dass viele Besucher aufgrund ihrer kulturellen und religiösen Herkunft  bestimmte Nahrungsmittel nicht zu sich nehmen dürfen. Wöchentlich wird von den Kindern und einem Mitarbeiter eine gemeinsame Koch- oder Backaktion geplant und umgesetzt.

4.9 Kreative und individuelle Kompetenzen stärken

Die Mitarbeiter der offenen Kinderarbeit schaffen einen Raum, in dem sich die Kreativität der Kinder entfalten kann. Sie legen großen Wert auf das gemeinsame und individuelle gestalterische Tun der Kinder im Rahmen von täglich stattfindenden spontanen und geplanten Kreativangeboten. Räume und Materialien, die immer wieder umfunktioniert, gestaltet  und bearbeitet werden können, unterstützen diese Entwicklung.

4.10 Ehrenamtliche Mitarbeiter

Ehrenamtliche Mitarbeiter sind in der offenen Kinderarbeit erwünscht und werden in ihren Angeboten beraten und unterstützt. Die Kinder erhalten von den  Ehrenamtlichen z.B. Hausaufgabenhilfe, Gitarrenunterricht, eine Einführung in Handarbeiten u.v.m.

5 Qualitätssicherung

5.1 Teamorganisation

Regelmäßige Teambesprechungen sind Bestandteil eines reibungslosen Ablaufs des pädagogischen Alltags und der Koordination der Organisationsabläufe innerhalb  der Abteilung. Ferner sollen sich die Abteilungen des Hauses untereinander absprechen, koordinieren und informieren können.

Die hauptamtlichen Mitarbeiter des Offenen Treffs treffen sich einmal wöchentlich im Team, um den täglichen Ablauf und langfristige Aktionen zu organisieren und Fallbesprechungen durchzuführen. Die Moderation und die Protokollführung werden im Rotationsverfahren gewechselt.

Viermal jährlich findet eine Gesamt-Team Besprechung statt, an der alle hauptamtlichen Mitarbeiter sowie die pädagogischen Hilfskräfte der Abteilung teilnehmen. Die Moderation und Protokollierung übernehmen die hauptamtlichen Mitglieder. Im Gesamtteam werden langfristige Aktionen, Ziele und Bedarfe, die in jedem Fall alle Mitarbeiter der Offenen Kinderarbeit betreffen, besprochen.

Zudem findet einmal jährlich zum Jahresanfang ein Planungs- und Konzeptionstag statt, bei dem alle Mitarbeiter der Abteilung teilnehmen.

Im zweiwöchentlichen Abstand findet das Abteilungsleitertreffen des Stadtteilhauses statt. Die Leitungen der Abteilungen Offene Kinderarbeit und der Offenen Jugendarbeit sowie der Leiter des Stadtteilhauses vertreten die jeweiligen Abteilungen.

Um die Kommunikation zwischen den Leitungsteams der offenen Kinder- und Jugendarbeit, dem Leiter des Stadtteilhauses sowie der Trägergemeinschaft des Stadtteilhauses zu gewährleisten, findet zweimal jährlich eine Dienstbesprechung zwischen den hauptamtlichen Mitgliedern der Trägergemeinschaft, dem Leiter des Stadtteilhauses sowie den Abteilungsleitern der Offenen Kinder- und Jugendarbeit statt.

5.2 Supervision

Eine wichtige Maßnahme zur Qualitätssicherung ist die Supervision. Diese kann entweder von den Abteilungsleitungen in Form von Einzelsupervision oder, bei Bedarf, in Form einer Teamsupervision in Anspruch genommen werden. Eine eigens hierfür vorgesehene Haushaltsstelle ist im Gesamthaushalt des Stadtteilhauses enthalten.

5.3 Fortbildung

Die Hauptamtlichen Mitarbeiter sind dazu angehalten, sich jährlich über die Teilnahme an einer Fortbildung oder aber der Teilnahme an Fachtagungen stetig weiter zu bilden.

5.4 Evaluation

Um die fortwährende Qualität der Offenen Kinderarbeit zu sichern, werden quantitative und qualitative Evaluationsmethoden regelmäßig angewendet.

Die Abteilung führt eine tägliche Statistik über die Besuche in der Offenen Kinderarbeit. Die Ergebnisse werden in einer vierteljährlichen Statistik zusammengefasst und bei der Trägergemeinschaft eingereicht. Weiterhin wird im jährlichen Evaluationsbogen der Stadt Erlangen die Arbeit des vorangegangen Jahres erfasst und ausgewertet. Durch diese Evaluation überprüft die Abteilung und die Jugendhilfeplanung die geleistete Arbeit.

Die im Punkt Teamorganisation besprochenen Instrumente dienen ebenfalls einer engmaschigen Evaluation der eigenen Arbeit.

Einmal jährlich führt die Hausleitung ein Mitarbeitergespräch mit allen hauptamtlichen Mitarbeiter der Abteilungen. Bei Bedarf können die Mitarbeiter ein Mitarbeitergespräch einfordern.

Zwischen den hauptamtlichen Mitarbeitern der Trägergemeinschaft und den Abteilungsleitungen findet eine halbjährliche Dienstbesprechung statt. In dieser Besprechung wird die vorangegangene Arbeit evaluiert und bei Bedarf an neue Ziele gebunden und angepasst.

6 Fortschreibung

Diese Konzeption wird alle zwei Jahre überprüft und bei Bedarf fortgeschrieben.

Fußnoten

[1] Vgl. Präambel des Leistungsvertrages zwischen der Stadt Erlangen und der Trägergemeinschaft des Stadtteilhauses Röthelheimpark: „Bereitstellung von wohnortnahen Treff- und Aufenthaltsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche“

[2]Vgl. Präambel des Leistungsvertrages zwischen der Stadt Erlangen und der Trägergemeinschaft des Stadtteilhauses Röthelheimpark bzgl. der übergeordneten Ziele der Kinder- und Jugendarbeit

[3] Vgl. Präambel des Leistungsvertrages zwischen der Stadt Erlangen und der Trägergemeinschaft des Stadtteilhauses Röthelheimpark: „Förderung von Selbst- und Sozialkompetenz von Kindern und Jugendlichen“

[4] Vgl. Präambel des Leistungsvertrages zwischen der Stadt Erlangen und der Trägergemeinschaft des Stadtteilhauses Röthelheimpark: „Bereitstellung eines niedrigschwelligen, an den Lebenslagen der Besucher orientierten Beratungsangebotes“

[5] Vgl. Präambel des Leistungsvertrages zwischen der Stadt Erlangen und der Trägergemeinschaft des Stadtteilhauses Röthelheimpark: „Bereitstellung eines niedrigschwelligen, an den Lebenslagen der Besucher orientierten Beratungsangebotes “ und „Förderung von Selbst- und Sozialkompetenz“ des Stadtteils, auch vor Ort innerhalb des Stadtteils“

[6] Vgl. Präambel des Leistungsvertrages zwischen der Stadt Erlangen und der Trägergemeinschaft des Stadtteilhauses Röthelheimpark: „Förderung von Selbst- und Sozialkompetenz von Kindern und Jugendlichen“

[7] Vgl. Präambel des Leistungsvertrages zwischen der Stadt Erlangen und der Trägergemeinschaft des Stadtteilhauses Röthelheimpark: „Förderung von Selbst- und Sozialkompetenz von Kindern und Jugendlichen“

[8] Vgl. Präambel des Leistungsvertrages zwischen der Stadt Erlangen und der Trägergemeinschaft des Stadtteilhauses Röthelheimpark: „Unterstützung und bedürfnisorientierte Förderung eigenständiger jugendkultureller Entfaltung“

[9] Vgl. Präambel des Leistungsvertrages zwischen der Stadt Erlangen und der Trägergemeinschaft des Stadtteilhauses Röthelheimpark: „Bereitstellung bedürfnisorientierter, außerschulischer Bildungsangebote“

[10] Vgl. Präambel des Leistungsvertrages zwischen der Stadt Erlangen und der Trägergemeinschaft des Stadtteilhauses Röthelheimpark: „Förderung des ehrenamtlichen Engagements “

[11] Vgl. Präambel des Leistungsvertrages zwischen der Stadt Erlangen und der Trägergemeinschaft des Stadtteilhauses Röthelheimpark: „Bereitstellung bedürfnisorientierter, außerschulischer Bildungsangebote“

[12] Vgl. Präambel des Leistungsvertrages zwischen der Stadt Erlangen und der Trägergemeinschaft des Stadtteilhauses Röthelheimpark: „Bereitstellung eines niedrigschwelligen, an den Lebenslagen der Besucher orientierten Beratungsangebotes und bei Bedarf Vermittlung an kooperierende Stellen für weitergehende Hilfen “

[13] Vgl. Präambel des Leistungsvertrages zwischen der Stadt Erlangen und der Trägergemeinschaft des Stadtteilhauses Röthelheimpark: „Bearbeitung von Themen und Konflikten der Jugendlichen des Stadtteils, auch vor Ort innerhalb des Stadtteils “